Innere Medizin

In der Abteilung für Innere Medizin werden Patienten mit

Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, mit Erkrankungen von Magen, Darm und Bauchorgangen sowie mit Stoffwechselerkrankungen, insbesondere der Zuckerkrankheit, behandelt. Die Rehabilitation erfolgt sowohl nach einer akuten Verschlechterung mit Behandlung bzw. Operation im Krankenhaus (Anschlussrehabilitation) als auch im chronischen Krankheitsstadium (Heilbehandlung). Das den individuellen Bedürfnissen angepasste körperliche Training und die Vermittlung von Informationen für die Zeit nach der Rehabilitation bilden wichtige Schwerpunkte unseres Behandlungsprogramms. 

 

Das ärztliche Team und seine Qualifikationen

Das ärztliche Team der Mühlenbergklinik zeichnet sich durch eine hohe Fachkompetenz aus. Nicht nur die leitenden Ärztinnen und Ärzte, sondern auch die große Mehrzahl der Stationsärztinnen und -ärzte hat eine fachärztliche Weiterbildung erfolgreich abgeschlossen – z.B. für Orthopädie und Unfallchirurgie, Innere Medizin, Physikalische und Rehabilitative Medizin und Allgemeinmedizin. Außerdem wurden unterschiedliche Zusatzqualifikationen erworben. Die Ärztinnen und Ärzte werden ihren Qualifikationen entsprechend in den drei Fachabteilungen eingesetzt. Auf ihre regelmäßige Fortbildung wird besonderer Wert gelegt. Die enge Zusammenarbeit des ärztlichen Teams mit den übrigen Berufsgruppen bildet eine wichtige Grundlage für die ganzheitliche Betrachtung der Patientinnen und Patienten, die in der Mühlenbergklinik rehabilitiert werden. 

 

Wir bieten stationäre und ganztägig ambulante Rehabilitationen an für Patientinnen und Patienten mit:

 

1. Herz-, Kreislauferkrankungen

Koronare Herzkrankheit – Herzinfarkt – Herzbypassoperation

Der koronaren Herzkrankheit liegt eine Einengung der Herzkranzarterien zugrunde. Folge ist ein Energiemangel des Herzmuskels hinter der Engstelle. Diese Erkrankung – die Arteriosklerose – kann auch andere Arterien betreffen. Sie ist die bei weitem häufigste Todesursache in den Industrienationen. Ein vollständiger Verschluss einer Herzkranzarterie führt zumeist zum Absterben der im entsprechenden Versorgungsgebiet liegenden Herzmuskelzellen – zum Herzinfarkt. Trotz der Entwicklung neuer Behandlungsmethoden, z.B. dem raschen Einsetzen eines Stents, stellt der Herzinfarkt wegen seiner Häufigkeit und wegen der Gefahr bedrohlicher Herzrhythmusstörungen oder der Ausbildung einer Herzmuskelschwäche weiterhin eine der wichtigsten Herausforderungen für die Medizin unserer Zeit dar. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, zum Einen die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern und die richtige Dosis Sport für die einzelnen Patienten festzulegen; zum Anderen stellen Informationen zum richtigen Lebensstil und die Anpassung der medikamentösen Behandlung einen besonderen Schwerpunkt dar.Das gilt im chronischen Stadium genauso wie nach Herzinfarkt oder Herzbypassoperation. Der Verlauf der Arteriosklerose wird nämlich ganz entscheidend vom Verhalten des Betroffenen bestimmt, weil Übergewicht, Nikotinkonsum, Bewegungsmangel und falsche Ernährung die Entwicklung dieser Erkrankung auslösen und unterhalten. Darum legen wir besonderen Wert darauf, die individuelle Situation unserer Patienten zu berücksichtigen und sie zum richtigen Umgang mit ihrer Erkrankung zu motivieren. 

Herzklappenfehler

Herzklappenfehler können verschiedene Ursachen haben. Beim Erwachsenen überwiegen Umbauprozesse des Klappengewebes, die mit zunehmendem Alter häufiger werden. Die größte Bedeutung haben Herzklappenfehler des linken Herzens – also der Mitral- und der Aortenklappe, die beide sowohl undicht als auch zu eng werden können. Da es sich um mechanische Probleme der Ventile des Herzens handelt, ist auf Dauer sehr oft eine operative Behandlung erforderlich. In den letzten Jahren konnten zunehmend Techniken eingesetzt werden, die die körpereigenen Herzklappen erhalten und damit Vorteile gegenüber einem mechanischen oder biologischen Klappenersatz haben.

 

Ziel der Rehabilitation ist es, die körperliche Leistungsfähigkeit allmählich zu steigern und die medikamentöse Behandlung anzupassen. Es ist uns wichtig, unseren Patientinnen und Patienten zu vermitteln, worauf sie wegen ihrer Herzklappenerkrankung in Zukunft achten sollten. Wenn eine dauerhafte Unterdrückung der Blutgerinnung, z.B. nach Einsetzen einer künstlichen Herzklappe erforderlich ist, bieten wir eine Schulung zur Selbstmessung der Blutgerinnung an. 

Herzrhythmusstörungen

Herzrhythmusstörungen treten im Zusammenhang mit zugrunde liegenden Herzerkrankungen, aber auch isoliert auf. Lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen, die in der Herzkammer entstehen, können mit dem operativen Einsetzen eines Defibrillators behandelt werden. Im Anschluss an einen solchen Eingriff ist eine Rehabilitation angezeigt. Sowohl nach Herzbypassoperationen als auch nach Herzklappenoperationen tritt häufig Vorhofflimmern auf. Dabei handelt es sich um eine Herzrhythmusstörung, die an sich in der Regel nicht bedrohlich ist, aber durch Blutgerinnselbildungen Komplikationen hervorrufen kann, wenn keine entsprechende Vorbeugung eingeleitet wird. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, Herzrhythmusstörungen, die nach Herzoperationen oder Herzinfarkten auftreten, zu erkennen, zu behandeln und das Rehabilitationsprogramm entsprechend anzupassen, um eine Gefährdung des Betroffenen zu verhindern. Dabei orientieren wir uns an dem jeweils aktuellen Stand der medizinschen Leitlinien. Der Vermittlung von verständlichen Informationen zur Entstehung und Bedeutung, vor allem zum richtigen Umgang mit den vorliegenden Herzrhythmusstörungen messen wir besondere Bedeutung zu. 

Herzmuskelschwäche (Herzinsuffizienz)

Die Herzinsuffizienz ist der häufigste Grund für eine Krankenhauseinweisung. Sie ist Folge einer verminderten Pumpleistung des Herzens und betrifft ganz überwiegend die linke Herzkammer. Die Ursachen können zwar sehr unterschiedlich sein, es überwiegen aber bei weitem Herzinfarkte. Die Behandlung hat in den letzten Jahren einen grundlegenden Wandel erfahren: der Widerstand, gegen den die Herzkammer andrückt, wird gesenkt, die periphere Muskulatur wird trainiert. Dadurch sinkt der Energiebedarf des Herzmuskels. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, sowohl die Dosis der Medikamente als auch die Dosis des körperlichen Trainings zu steigern. Dies kann nur in kleinen Schritten und über einen längeren Zeitraum unter fachkundiger Kontrolle geschehen. Daher kommt der kardiologischen Rehabilitation bei Patienten mit Herzinsuffizienz eine besonders wichtige Rolle zu. Unser Rehabilitationsprogramm ist auf diese besonderen Anforderungen zugeschnitten und unser Team ist dafür speziell geschult. Unsere Ärzte halten engen Kontakt zu den entsprechenden Spezialambulanzen und zu den speziellen ambulanten Herzgruppen für diese Patienten. So ist gewährleistet, dass auch für die Zeit nach der Rehabilitation die richtigen Schritte bereits bei uns eingeleitet werden. 

Arterielle Hypertonie (Bluthochdrtuck)

Eine Arterielle Hypertonie, oft verkürzt auch Hypertonie, Hypertonus oder Bluthochdruck genannt, liegt vor, wenn der Druck des arteriellen Gefäßsystems chronisch auf Werte über 140/90 mm Hg erhöht ist. Nur in etwa 5% der Fälle liegt eine auslösende Grunderkrankung vor. Meistens besteht eine ererbte Veranlagung. Außerdem fördert Übergewicht die Entwicklung der arteriellen Hypertonie. Unbehandelt oder unzureichend behandelt ist die arterielle Hypertonie einer der bedeutsamsten Risikofaktoren für die Entwicklung einer Arteriosklerose mit den gefürchteten Komplikationen Herzinfarkt, Schlaganfall und Durchblutungsstörung der Beine. Auch Blutungen in Gehirn oder Netzhaut des Auges können Folge sein. Daher ist eine konsequente Blutdruckeinstellung auf Werte unter 140/90 mm Hg von großer Bedeutung. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, die große Bedeutung einer guten Blutdruckeinstellung zu vermitteln. Bei vielen Betroffenen ist die Änderung des bisherigen Lebensstils mit Umstellung der Ernährung und Intensivierung der körperlichen Aktivität die Basis für den richtigen Umgang mit der Erkrankung. Wir leiten unsere Patientinnen und Patienten dazu nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch an. Eine in der Regel zusätzlich erforderliche medikamentöse Therapie wird auf der Basis der aktuellen Empfehlungen der Deutschen Hochdruckliga angepasst. 

Aortenaneurysma (Aussackung der Hauptschlagader)

Arteriosklerotische Veränderungen in der Gefäßwand können im Bereich der Hauptschlagader zu umschriebenen Erweiterungen führen. Wegen der Gefahr des Einreißens (Dissektion) oder des Platzens (Ruptur) werden stärkere Erweiterungen operiert oder von innen über die Leiste mit einer Gefäßstütze (Stent) versorgt. Das Auftreten von Aussackungen der Hauptschlagader wird durch zu hohen Blutdruck begünstigt. Das Vermeiden hoher Blutdruckwerte ist daher sowohl zur Vorbeugung als auch zur Behandlung nach Eingriffen von besonderer Bedeutung. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, nach Eingriffen an der Hauptschlagader die körperliche Belastung in kleinen Schritten zu steigern. Dabei legen wir großen Wert darauf, dass diese Steigerung der Belastung unter besonderer Kontrolle des Blutdruckverhaltens erfolgt. Unsere Patientinnen und Patienten lernen, welche Alltagsaktivitäten sie wieder aufnehmen können und was sie auch langfristig eher meiden sollten. Sie werden ausführlich über die Risikofaktoren der Grundkrankheit Arteriosklerose unterrichtet und dazu motiviert, diese Risikofaktoren durch einen entsprechenden Lebensstil auszuschalten. 

 

2. Gefäßerkrankungen

Arterielle Durchblungsstörungen (pAVK)

Der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK) liegt eine Einengung der Arterien auf der Basis der Krankheit Arteriosklerose im Becken-Bein-Bereich zu Grunde. Folge ist ein Energiemangel in der Beinmuskulatur, der sich zunächst nur bei hohen Anforderungen wie längerem Gehen oder Treppensteigen durch Schmerzen in den Beinmuskeln bemerkbar macht und zum Stehenbleiben zwingt („Schaufensterkrankheit“). Im fortgeschrittenen Stadium können Aufdehnungen mit und ohne Einsetzen von Gefäßstützen (Stents) oder Operationen bis hin zu Amputationen erforderlich werden. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, im chronischen Stadium der Erkrankung durch ein konsequentes Gefäßtraining die schmerzfreie Gehstrecke zu verlängern, um damit die Voraussetzungen für weniger Einschränkungen im Alltagsleben zu schaffen. Nach Operationen an den Becken-Bein-Arterien geht es darum, die Belastbarkeit zu steigern, ohne die Wundheilung zu gefährden. Die Mühlenbergklinik blickt bei der Behandlung von Gefäßkrankheiten auf eine lange Tradition zurück. Unsere speziell dafür ausgebildeteten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten darauf, dass das Gefäßtraining auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmt wird. Sie motivieren unsere Patienten dazu, dieses Training auch nach der Rehabilitation fortzusetzen und vermeidbare Risikofaktoren der Grundkrankheit Arteriosklerose auszuschalten. Auf die umfassende Rehabilitation nach Amputationen durch ein erfahrenes Team, das aus unterschiedlichen Berufsgruppen besteht, ist unsere Klinik besonders spezialisiert.

Venöse Gefäßleiden

Etwa acht Millionen Menschen leiden in Deutschland unter Erkrankungen der venösen Gefäße. Besonders häufig betroffen sind die Beinvenen. Neigung zum Anschwellen der Unterschenkel, Krampfadern und Thrombosen können die Folge sein. Im chronischen Stadium steht die Unterstützung des venösen Rückstroms durch gezielte Muskelbewegung oder spezielle Massageformen im Vordergrund. Krampfadern werden im fortgeschrittenen Stadium operiert. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, durch eine angemessene Trainingsbehandlung, physikalische Therapiemaßnahmen sowie ggf. eine begleitende medikamentöse Behandlung die Beschwerden zu verringern. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vermitteln den Patienten, was sie in ihrem Alltag berücksichtigen sollten, um den Verlauf ihrer Krankheit günstig zu beeinflussen.

 

3. Erkrankungen der Verdauungsorgane

Entzündliche Erkrankungen

Entzündliche Erkrankungen des Verdauungstraktes haben unterschiedliche Ursachen. Sie können akut oder chronisch sein und alle Organe des Bauchraums betreffen. Entsprechend vielfältig sind die Krankheitsbilder und ihre Behandlung. Zu chronischen Entzündungen neigen die Leber (Hepatitis), die Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis) und der Darm (M. Crohn, Colitis ulcerosa, Diverticulitis). Im fortgeschrittenen Stadium und bei Komplikationen ist häufig eine Operation angezeigt. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, Einschränkungen der Patienten in ihrem Alltagsleben zu verringern. Dazu wird die körperliche Leistungsfähigkeit sowohl nach Operationen als auch im chronischen Krankheitsstadium durch ein angepasstes Aufbautraining gesteigert. Das Erlernen von Entspannungsverfahren hilft, besser mit der Krankheit umzugehen. Wir zeigen unseren Patienten auf, zu welchen Aktivitäten und Tätigkeiten sie in der Lage sind. Dafür steht ein multiprofessionelles Team bereit, das sich aus Ärzten, Pflegekräften, Ernährungsberatern, Psychotherapeuten sowie Physiotherapeuten zusammensetzt. Unsere Patienten mit künstlichem Darmausgang werden von unseren speziell geschulten Stoma-Therapeutinnen betreut. Eine zentrale Stellung nimmt die Ernährungsberatung ein – theoretisch wie praktisch. 

Tumorerkrankungen

Darmkrebs ist die zweithäufigste bösartige Tumorerkrankung in Deutschland. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die Heilungschancen groß. Seltener sind andere Organe des Verdauungstraktes von Krebs befallen. In der Regel besteht die Behandlung aus der operativen Entfernung der betroffenen Region – oft in Kombination mit einer Chemotherapie. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, nach der Behandlung die körperliche Leistungsfähigkeit wieder zu steigern und bei der Krankheitsverarbeitung zu unterstützen. In der Mühlenbergklinik erfolgt die Betreuung nach der Operation oder im chronischen Krankheitsstadium. Eine Chemotherapie wird nicht durchgeführt. Unsere Ernährungsberaterinnen bieten unseren Patienten mit Tumorerkrankungen der Verdauungsorgane eine intensive Betreuung. Wenn ein künstlicher Darmausgang (Stoma) angelegt wurde oder eine Inkontinenz besteht, vermitteln unsere speziell dafür ausgebildeten Mitarbeiterinnen einen angemessenen Umgang mit diesen Operationsfolgen. 

 

4. Stoffwechselerkrankungen

Metabolisches Syndrom – starkes Übergewicht – Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2) – Fettstoffwechselstörung

Das metabolische Syndrom ist gekennzeichnet durch Übergewicht in Kombination mit Störungen des Zucker- und des Fettstoffwechsels. Diese Stoffwechselstörungen selbst werden durch Übergewicht, falsche Ernährung und Bewegungsmangel gefördert. Damit stellt das metabolische Syndrom eine Zivilisationskrankheit dar, von der gerade in Deutschland immer mehr Menschen betroffen sind. Als Folgen drohen die Entwicklung oder das Fortschreiten einer Arteriosklerose mit der Gefahr von Schlaganfall und Herzinfarkt. 

 

Ziel der Rehabilitation ist es, die Patientinnen und Patienten zu einer Umstellung ihrer bisherigen Lebensgewohnheiten zu motivieren, denn ein ungesunder Lebensstil ist die wesentliche Ursache für das metabolische Syndrom. Unser Rehabiltationsprogramm basiert daher schwerpunktmäßig auf den Bausteinen „körperliches Training“, „richtige Ernährung“ und „Motivation zu langfristiger Gewichtsabnahme“. Falls erforderlich, führen wir eine Schulung zum Umgang mit der Zuckerkrankheit durch. Eine oft angezeigte medikamentöse Behandlung von Fettstoffwechselstörungen oder des Diabetes mellitus erfolgt auf der Basis der aktuellen medizinischen Leitlinien.